Traffic Jam

Der 12. Tag startete super, denn wir erwachten in einem tollen Hotel in den Hügeln vor Malibu und begaben uns zum Frühstück, wo es sogar mal Rührei und Würstchen gab. Eine willkommene Abwechslung zum sonst sehr süßen Frühstück, das es hier in den Staaten überall gibt.

Die Koffer wurden mit der frisch gewaschenen Wäsche gefüllt und dann ging es los. Wir fuhren an der Pazifikküste an den schönen Häusern der Reichen und Schönen Malibus, die direkt bis ans Wasser gebaut wurden und einen schon etwas neidisch machen, direkt Richtung Santa Monica Pier. Wir vermieden absichtlich die Highways, da wir hier schon an den Vortagen schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Wer sich denkt mal eben so in Los Angeles von A nach B zu fahren, kann getrost mit einer beträchtlichen Verzögerung rechnen.

Los Angeles ist von der Fläche doppelt so groß wie Hamburg ohne die jeweiligen Randbezirke mit hineinzurechnen. Hier geht es von einer Stadt in die nächste wie im Ruhrgebiet. Hinzu kommt, dass hier pro Haushalt ca. 1,8 Autos bewegt werden, das ist Weltweit einer der höchsten Werte. Und so stehen hier die Einwohner angeblich täglich durchschnittlich vier Stunden im Stau.

Wir schafften es relativ staufrei in die Innenstadt zu kommen und parkten direkt am Hollywood Boulevard. Der freundliche Parkwächter verriet uns ein Trick, bei dem wir beim Kauf eines Getränkes bei einem Restaurant bis zu einer Stunde dort parken durften.

Das war verglichen zu den hohen Parkgebühren, die sonst so anfallen ein wirkliches Schnäppchen.

Voller Vorfreude ging es auf den Walk of Fame, wo dann die große Suche nach den in den Boden eigelassenen Sternen von Stars, die einem sympatisch waren startete.

Nach gefühlt tausend Bildern von Marmorsternen und den typischen Touristenfotos ging es dann zum Auto, denn wir hatten noch eine weitere Strecke für den Tag geplant. Es sollte nach Las Vegas gehen.

Gestärkt von einem saftigen Burger von Fatburger fuhren wir los und landeten nach kürzester Zeit in einem der zahlreichen Staus. Obwohl manche Streckenabschnitte bis zu 15 parallele Fahrbahnen haben, ging es kaum voran.

So standen wir vier Stunden im zähfließenden Verkehr raus aus Los Angeles. Als wir die Stadt nun entgültig verließen und in die Wüste fuhren wurde es schon langsam dunkel.

Über eine langweilig Interstate ging es dann in die immer wärmer werdende Wüste. Trotz dunkler Nacht stiegen die Temperaturen auf bis zu 35° C.

Bei einer kurzen Rast stellten wir fest, wie dunkel es in der Wüste ist. Man konnte mit bloßem Auge die Milchstraße und viel mehr Sterne erkennen als wir das aus Deutschland kennen.

Jedoch wurde der Himmel immer heller, je näher wir uns Las Vegas näherten. Diese Stadt strahlt eine so krasse Helligkeit aus, das man meint schon bald da zu sein obwohl man noch weit entfernt ist und von den Sternen sieht man mit jeder Meile immer weniger.

Da war sie, die Stadt des Glückspieles und der vielen Casinos. Wir mussten uns fast Sonnenbrillen anziehen, da die Werbebanner so hell leuchteten das es in den Augen wehtat.

Unser Navi führte uns vorbei an den Fontänen in das aus Filmen bekannte Bellagio, wo wir uns für die nächsten drei Nächte zu viert ein Zimmer teilten, da in dem fünfsternigen Hotel alles Andere einfach unbezahlbar ist.

Beim Einchecken probierten wir den 20-Dollar-Trick, bei dem man der Dame am Empfang einfach einen 20 Dollarschein zuschiebt und nach kostenlosen Upgrades fragt.

Prompt bekamen wir ein Zimmer im 38. Stock mit Blick auf den Strip (die Prachtmeile). Yeah!

Bevor es dann ins Hotelzimmer ging, begaben wir uns auf den Weg ins Ceasars Palace und zur Cheesecake Factory, wo wir uns ein Abendessen gönnten.

Zurück im Bellagio ging es dann mit den Koffern aufs Zimmer. Schon der Weg aufs Zimmer ist sehr spektakulär, denn man zieht sein Koffer minutenlang durch riesige Marmorhallen vorbei an den Spielautomaten und Spieltischen der Casinos.

Am Aufzug stehen uniformierte Hoteldiener, die einem freundlich den Weg erklären.

Auf dem Zimmer angekommen, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Minutenlang standen wir am bodentiefen Fenster und starrten auf das unbeschreiblich schöne Leuchten und Glitzern des Strips.

Einfach nur der Wahnsinn! Man fühlt sich wie in einer anderen Welt.

Nachdem das Staunen dann langsam weniger wurde, machten wir uns auf den Weg ins Casino und das wilde Treiben. Unglaublich aber in Las Vegas braucht man keine Uhrzeit. Hier ist zu jeder Zeit was los und so vergaßen wir auch die Zeit und Spielten bis um 6 Uhr morgens.

Wow was für ein Tag! Müde ließen wir uns in unsere weichen Betten fallen.

 

By Roman Gaus

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